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“Eine höhere Volatilität bietet auch mehr Möglichkeiten”

Institutional Investment-Chefredakteur Frank Schnattinger im Gespräch mit Eric Brard, Head of Fixed Income Management, und Guy Lodewyckx, Head of Short Term Portfolio Management zum Ausblick auf die Fixed Income Märkte und die Attraktivität des ABS-Sektors.

Institutional Investment: Stichwort Korrektur an den Fixed Income-Märkten. Wie sehen Sie das derzeitige Szenario für die Anleger?
Brard: Die zuletzt bezahlten Preise haben ganz sicher nach einer Korrektur gerufen, die Frage war nur, wann sie vonstatten gehen würde. Wir sehen in der Korrektur auch das Einpreisen neuer Risiken für die Märkte durch die Eintrübung der globalen Konjunkturaussichten. Gerade im Corporate Bond-Markt ist dies deutlich zu sehen.

Institutional Investment: Das heißt, die Fed wird die Zinsen in diesem Jahr senken?
Brard: Wir sehen hier für 2007 nur eine leichte Senkung der Fed-Rate auf 5,0%, da wir die US-Konjunktur für relativ robust halten, trotz der aktuellen Krise im US-Immobilienmarkt. Die Gefahr eines Absturzes stufen wir als recht gering ein. Der Druck am langen Ende am US-Rentenmarkt bleibt damit bestehen.

Institutional Investment: Wird Inflation ein Thema an den Märkten?
Brard: Unserer Ansicht nach definitiv nein. Wir sehen derzeit keinerlei Anzeichen, die dafür sprechen.

Institutional Investment: Lassen Sie uns über Europa sprechen. Die deutsche Konjunktur sieht derzeit viel versprechend aus, auch andere Länder scheinen über dem Berg...
Brard: Hier haben Sie voll und ganz meine Zustimmung. Europa und insbesondere Deutschland stehen derzeit wirtschaftlich sehr gut da. Dementsprechend dürfte die EZB in diesem Jahr noch mit einer Zinserhöhung auf die Märkte zukommen.

Institutional Investment: Die Volatilität insgesamt dürfte vor dem Hintergrund des gerade Diskutierten aber zunehmen?
Brard: Absolut richtig! Die vollends ruhige Phase sehen wir für beendet an. Mehr Volatilität heißt aber definitiv nicht, dass es weniger Investmentchancen für die Anleger gibt, im Gegenteil. Gegenwärtig sollte zwar das Risiko im Portfolio diesbezüglich reduziert werden, mittelfristig sehen wir aber beispielsweise im Bereich der Absolute Return-Strategien oder aber auch bei Convertibles und High Yields Potenzial für den Anleger.

Institutional Investment: Herr Lodewyckx, zunehmend werden von Investorenseite auch ABS-Strukturen als Teil des Fixed Income-Portfolios nachgefragt. Wie sieht der Markt aktuell für den Anleger aus?
Lodewyckx: Auch aktuell profitiert der Anleger von einem attraktiven Rendite/Risiko-Profil. Die Renditen sind gegenüber – vom Risiko vergleichbaren Rentenprodukten – sehr attraktiv. Wir sprechen hier von einem Vorsprung von 20-60 Basispunkten gegenüber Euribor im Single A-Bereich.

Institutional Investment: Haben Sie Angst vor einer Spreadausweitung?
Lodewyckx: Wir sehen derzeit eine derart starke Nachfrage, dass ich mir das kaum vorstellen kann.

Institutional Investment: Es gibt große Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem europäischen ABS-Markt. Wie sehen diese genau aus?
Lodewyckx: Der US-Markt ist auf Grund der Möglichkeit, bereits vor Fälligkeit zu tilgen, in erster Linie vom Zins getrieben. Ganz anders dagegen in Europa, wo es ganz klar auf die Kreditqualität des Emittenten bzw. der ABS-Tranchen ankommt.

Institutional Investment: Wie ist Ihr konkretes Anlageziel im ABS-Fonds?
Lodewyckx: EONIA plus 40 Basispunkte mit einem Universum im Investment Grade – unser durchschnittliches Rating liegt bei A, die Duration bei 0 bis 0,5.

Institutional Investment: Herr Brard, Herr Lodewyckx, besten Dank für diese Einblicke.