IPE D.A.CH: Sie hatten im Februar ein Panel moderiert zum Themenbereich „Family Offices, Asset Allocation & Financial Education“, was war der Hintergrund dieses Formats?
Hill: Netterweise hatten mir im Vorfeld der Veranstaltung „Forum für Digitale Vermögenswerte“ Manuel Müller und Samir Zakaria, die Möglichkeit eingeräumt, im Vorfeld ein Pre-Event zu organisieren. Auf deren Hauptveranstaltung hatte ich zwei Panels betreut, eines der Panels hatte auch zu tun mit dem Themenbereich Family Offices, Produktentwicklung und Advisory im Bereich Digital Assets (Kyra-Marie Anderle, Dr. Giesen Family Office). Bei der Abendveranstaltung konnte ich unabhängig von dem Digital Assets-Thema auch andere Themen ansprechen. Beispiele hierfür war zum Beispiel ein Impulsvortrag von Peter Preller (HQ Trust) zum Thema Asset Allocation und Asset Manager Selection. Bei der Diskussion konnte Reiner Konrad (Focam) interessante Punkte zum Themenbereich Portfolio Management, Manager Selection und zu meinem Lieblingsthema Fondsboutiquen erläutern. Henning Schröer (fidubonum) präsentierte sehr interessante Gedanken zum Thema Beauty Contest bei Multi Family Offices, Herausforderungen beim Aufbau eines Single Family Offices sowie Einblicke in den Rahmen und die Inhalte der „Jahrestagung Family Office“ (Petersberg, Herbst 2025). Wie so oft waren die Fragen aus dem Publikum sehr fokussiert – einer der Kernpunkte bei solchen Diskussionen ist häufig: Wie kommt man in den Dialog mit Family Offices? Vor dem Hintergrund, dass Investoren in der Regel nicht unumschränkt begeistert sind bei „Sales-Anrufen“, gab es hier einen sehr lebendigen Diskussionsverlauf. Natürlich gab es auch den Bezug zum Thema Digital Assets. Anknüpfend an das Thema Investorendialog wurde hier das Thema Financial Ecucation bei institutionellen Investoren angesprochen. Tenor der Diskussion war, dass gerade die Kommunikation im Bereich Digital Assets noch ein großes Optimierungspotenzial bietet.
IPE D.A.CH: Sie halten in Kürze bei einer Veranstaltung ein Kurzintro zum Thema „Alternative Investments, Immobilien & Impact Investing, ESG“. Was steckt hinter der Idee?
Hill: „Finanzplatz Frankfurt am Main“ unterstützt auch in diesem Jahr Sebastian Thürmer (artis ICM) bei seiner traditionellen Investorenstudie „Alternative Investments, Immobilien & ESG“, diese findet nun schon zum fünften Mal statt. Die Befragungen laufen gerade, die Befragung ist wenig zeitintensiv und viele Investoren schätzen das Format. Man kann in anonymisierter Form zusätzlich Eindrücke über aktuelle Tendenzen auf der Investorenseite gewinnen („Peer Review“-Thematik etc.). Aktuell spreche ich mit einigen potenziellen, neuen Teilnehmern. Man greift dann einmal zum Hörer und spricht verschiedene Themen an. Im Rahmen dieser Gespräche kam auch immer das Thema ESG auf, zugegebenermaßen gibt es hier ein gemischtes Stimmungsbild. Durch diese Gespräche entwickele ich auf ein Gefühl für dieses Thema, damit man auch „live“ erfährt, was sich hier tut – oder auch nicht. Netterweise hat mir Herr Thürmer einige der Ergebnisse von der letzten Studie zur Verfügung gestellt, in Kombination auch mit seinen aktuellen Eindrücken der laufenden Befragungen. Als Ideengeber und Initiator der Studie kann er mir zeitnah ein sehr gutes Stimmungsbild geben, als Praxisimpression ist so ein Input immer wertvoll. Die Studie wurde im letzten Jahr von Solvium (Verkehrsinfrastruktur) unterstützt, die Sponsoren der Studie ermöglichen im Abschluss, dass die Ergebnisse der Befragung in einem Videoformat dargestellt werden können. Eigentlich sollten am Finanzplatz Frankfurt die Ergebnisse auch noch vor Ort im zweiten Quartal diskutiert werden, der Dialog läuft, erste Ideen entwickeln sich.
IPE D.A.CH: Welche Themenfelder werden in dieser Investorenstudie angesprochen?
Hill: Die institutionellen Investoren werden auch in diesem Jahr bei dieser Befragung wieder zu verschiedenen Entwicklungen befragt. Planung zum Ausbau der Immobilienquote, Nutzungsarten, Allokation, Regionen, Alternative Investments (AI)-Quoten, AI Segmente, Private Debt, Erneuerbare Energien, Infrastructure Equity, Private Equity, Attraktivität der Assetklassen, Bedeutung & Strategie „Nachhaltigkeit“, ESG-Leitfaden & Analyse, Impact Investing, energetische Sanierungsmaßnahmen bei Immobilien – um hier einmal kurz und knapp die Themenfelder zu umreißen.
IPE D.A.CH: Wo halten Sie das Kurzintro, auf welcher Veranstaltung?
Hill: Die Veranstaltung „Smart Impact Investing Forum von Christian Hommens findet am 17. und 18.3.2025 in Königstein statt. Das Thema passt gut, da Nachhaltige Investments auch am Finanzplatz Frankfurt intensiv und oft auch kontrovers diskutiert werden. Hier gibt es viele Universitäten, Think Tanks und Akteure, die ein sehr interessantes Ökosystem darstellen. Die Veranstaltung konzentriert sich auf den Gedankenaustausch, das Networking von institutionellen Investoren mit anderen „Center of Competence“-Vertretern vor Ort. Zum Beispiel wird es wertvollen Input geben von Prof. Dr. Timo Busch (Sustainable Finance Research Group), Michael Schmidt (Mitglied des Sustainable-Finance Beirats der Bundesregierung) und Kristina Jeromin (Stiftung Mercator). Roland Kölsch (F.I.R.S.T. e.V.) ist auch vor Ort, er hat mir letzte Woche auch noch einmal ein gutes Stimmungsbild zum Thema Investoren, Asset Management und ESG gegeben.
IPE D.A.CH: Welche weiteren Themen beschäftigen Sie derzeit intensiver?
Hill: Die Themen Finanzzentren, DACH-Region und Indien haben mich immer begeistert. Ich freue mich diese Woche auf den Vortrag von Ravikant Susarla von Seraina Invest AG beim German Indian Round Table (GIRT, Johannes Weisser / Regionalvertretung). Herr Susarla wird in seinem Vortrag über erfolgreiche Strategien zur Planung und Umsetzung von Immobilienprojekten in Indien sprechen. Der Titel des Berichts ist „Immobilieninvestments in Indien – Ein Werkstattbericht“. Ich freue mich, an dem Abend auch einige, kurze Worte zum Themenbereich „Finanzplatz Frankfurt & Indien“ sagen zu können, im Rahmen eines anderen Projektes mit Indien-Bezug hatte ich für den Gedankenaustausch auf LinkedIn den Kanal „Investing in India“ eingerichtet. Das Thema Indien lässt sich hier gut mit dem Thema Finanzplatz Schweiz verbinden, auch hier ergibt sich wieder eine Brücke zu unseren Interessensgebieten und Netzwerken – Kommunikation & DACH-Region. Warum? Im Januar hatte ich eine Moderation auf einer Investorenveranstaltung von Frankfurt Asset Management und SIA Funds (Schweiz) beim Fondskongress in Mannheim. Am 7.5. (Frankfurt) und 8.5. (Köln) freue ich auch hier wieder auf ein Wiedersehen mit Alex Rauchenstein und Urs Marti von SIA Fund, mit dabei sein wird auch Martin Friedrich von Lansdowne Partners Austria (LPA) dabei sein – durch einen Vertreter vom Finanzplatz Österreich wird diese „DACH-Impression“ zusätzlich abgerundet. Die Themenbereiche Value Investing, Rohstoffe, Multi Asset Management & Endowment-Ansatz werden dort diskutiert werden, mein Kurzintro zum Thema Fondsboutiquen & USA-Formel wird auch nicht fehlen. Gegenwärtig sind wir auch in den Vorbereitungen zur diesjährigen Veranstaltung „Finanzplatz Frankfurt trifft Finanzplatz Liechtenstein“ (LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband) im Herbst dieses Jahres, ich freue mich auf mein nächstes Interview mit David Gamper, Geschäftsführer LAFV. Am Samstag vor Königstein habe ich das Vergnügen, mit dem Frankfurter Künstler Ulrich Diekmann wieder in kleiner Runde in der Innenstadt des Dorfes mit Hochhäusern wieder an einer kleinen Philosophierunde teilnehmen zu können, alle vier Wochen wird ein Buchkapitel diskutiert – out of the box, die Welt besteht ja nicht nur aus Finanzen. Die Grundlage der Diskussion bildet das Buch „Was bedeutet das alles? Eine kurze Einführung in die Philosophie“ (Thomas Nagel). Ende des Monats wird es in Frankfurt noch ein interessantes Event vom Finfluencer Circle geben (Birgit Hass), neben einer interessanten Digital Assets „Disco-Nacht“ in Verbindung mit dem Thema Digital Assets (Michael Wutzke, TechQuartier, Finance Loop - Alliance for on-chain finance etc.), kurz danach findet die Crypto Asset Conference der Frankfurt School of Finance (Blockchain Centre) statt. Man sieht, dass Frankfurt auch in Sachen Digital Assets sehr aktiv ist, das Center of Competence. Es hat mich im Zusammenhang mit den Kommunikationsaktivitäten in der DACH-Region sehr gefreut, dass unsere LinkedIn-Community aus dem Kanal „Finanzplatz Frankfurt am Main“ zum Ende des Jahres die 10.000-Follower-Grenze überschritten hat, auch der Austausch in der gleichnamigen LinkedIn-Gruppe hat sich sehr gut entwickelt. Input, Ideen und Anregungen für die Weiterentwicklung dieser Plattform wissen wir zu schätzen – ich bin dankbar für die Unterstützung, die wir in den letzten fünf Jahren bei dem Ausbau dieses Netzwerks erhalten haben. Auch die Finanzplatz Liechtenstein-Community hatte auf LinkedIn im Jahr 2025 die 3.000-Follower-Grenze überschritten, hier verfolge ich die Private Label Fonds-Aktivitäten des Standorts intensiver. Übrigens auch ein Danke an Sie persönlich, auf mein Kurzinterview mit Ihnen in dem Kanal freue ich mich ebenso, auch Sie sind ja häufig in Frankfurt um Investorenveranstaltungen zu moderieren und um Asset Manager zu treffen. Ich habe gesehen, dass sich Ihr Kanal auf Linkedin ebenso sehr erfreulich entwickelt. Ich schätze diesen Social-Media-Kanal in erster Linie als Tool für Wissensmanagement, man kommt in einen interessanten Austausch mit Fachexperten aus den verschiedensten Gebieten. Der Finanzplatz Frankfurt ist die ideale Drehscheibe für den Themenkomplex Diffusion von Wissen in Verbindung mit Freude an Gedankenaustausch!
IPE D.A.CH: Vielen Dank für das Gespräch.
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*) Markus Hill ist unabhängiger Asset Management Consultant in Frankfurt am Main. Kontakt: info@markus-hill.de; Website: www.markus-hill.de
Weiterführende Links:
Veranstaltung „Smart Impact Investing Excellence Forum“ (17. & 18.3.2025)
Veranstaltung „Immobilieninvestments in Indien – Ein Werkstattbericht“ (13.3.2025) & Netzwerk GIRT (German Indian Round Table)
LinkedIn-Community „Finanzplatz Frankfurt am Main“
„Der Finanzplatz Frankfurt ist die ideale Drehscheibe für den Themenkomplex Diffusion von Wissen in Verbindung mit Freude an Gedankenaustausch“

Markus Hill