Investoren könnten so vom langfristigen Ansatz des Segments profitieren und Risikoprämien erzielen, die über börsennotierte Anlagen nicht zu vereinnahmen sein. Für Private Equity erwarten die Experten der Union Bancaire Privée (UBP) in 2025 eine Belebung der M&A-Aktivitäten, was möglicherweise zu Liquiditätsereignissen führt und die Ausschüttungsquoten für eingezahltes Kapital verbessert.
Politisiertes Umfeld
„Aus makroökonomischer Sicht ist eine der wichtigsten Fragen für Investoren in Private Markets, wie sich die neue US-Regierung auf ihre Investitionsstrategie auswirken wird“, schreibt Nicolas Roth, Head of Private Marktes Advisory bei UBP, im aktuellen Ausblick. Es gebe eine Reihe vorhersehbarer Veränderungen, darunter eine Verschiebung in der Regulierungslandschaft. Die Regierung werde voraussichtlich M&A-Aktivitäten in Sektoren wie Energie und Fertigung fördern, während sie möglicherweise die Unterstützung für grüne Industrien und subventionslastige Sektoren reduzieren dürfte. Die Prüfung grenzüberschreitender Transaktionen wird aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken nicht reduziert werden, ist Roth überzeugt. Darüber hinaus könnte eine Rückkehr zu traditionelleren Kartellrechtsgrundsätzen ein freundlicheres Umfeld für Unternehmen schaffen und Investitionen in innovative Unternehmen fördern. Auf der Steuerseite könnte die Politik unter Trump die Verlängerung früherer Steuersenkungen und die Senkung der Körperschaftsteuersätze beinhalten, was das Unternehmenswachstum ankurbeln und Kapitalströme zurück in die USA locken könnte.
„Für die Privatmärkte könnte dies größere Chancen in traditionellen Sektoren bedeuten. In Bereichen, die anfällig für eine Rücknahme der Regulierung sind, wie z. B. erneuerbare Energien, ist Vorsicht geboten“, so Roth weiter.
Neue Anlegergruppen
Im vergangenen Jahr waren Manager und Fonds weiterhin mit den Auswirkungen der Kontraktion an den Aktienmärkten im Jahr 2022 konfrontiert, was sich in Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung, Verzögerungen beim Exit und unterdurchschnittlichen Auszahlungsquoten im Private-Equity-Segment zeigte. Roth rechnet damit, dass zukünftige Jahrgänge wahrscheinlich deutlich besser abschneiden als zuletzt. „Die Allokationsentscheidungen der Anleger sind immer ein Balanceakt: Werden sie nach einer starken Aktienperformance im Jahr 2024 ihr Engagement reduzieren und über private Märkte diversifizieren?“ Die großen Player im Bereich Private Markets unternähmen bereits Schritte, um in Altersvorsorgekonten einzudringen. „Wenn 5% der derzeit 13 Billionen US-Dollar, die in 401(k)-Plänen angelegt sind, in private Märkte fließen würden, würden 750 Mrd. US-Dollar auf nicht gehebelter Basis in Fonds fließen“, rechnet Roth vor. Anleger könnten davon ausgehen, dass 2025 ein günstiges Umfeld für Investitionen in allen Strategien bieten werde, während die Kapitalflüsse sicherlich unterstützend wirken dürften, wenn auch ungleichmäßig.
Neue Formen des Zugangs
Die Einführung von sogenannten Evergreen-Lösungen, also Fonds ohne feste Laufzeiten, habe für eine vereinfachte Liquidität und eine kontinuierliche Kapitalbereitstellung gesorgt und den Zugang zu privaten Märkten demokratisiert. Alle Anleger könnten nun private Märkte in ihre Vermögensallokation einbeziehen und von dieser neuen Diversifizierungsquelle profitieren. „Der Trend hat gerade erst begonnen und wird wahrscheinlich nicht so schnell abflauen. Das Anlageangebot wird sich erweitern, es werden mehr Strategien zur Verfügung stehen und die allgemeine Akzeptanz wird zunehmen“, prognostizieren die Experten der UBP. Ein besserer Zugang bedeutet, dass sich Anleger nun voll und ganz auf private Märkte als robuste Alternative in ihrer Vermögensallokation verlassen können, vom langfristigen Ansatz des Segments profitieren und Risikoprämien erzielen können, zu denen öffentliche Pendants keinen Zugang haben, so Roth. Selektivität werde auch 2025 von entscheidender Bedeutung sein, da eine potenziell volatile US-Politik unbeabsichtigte Folgen haben könnte.
UBP mit positivem Jahresausblick für Private Markets
